Düsterer Raum im Vintage-Stil mit Schrank, Sessel und Tisch. Mittig der weiße Schriftzug „EINSAM“ vor grünlichem Nebel.

Einsam

Jeder ist einsam, doch gefällt es nicht jedem. Es ist nicht die Nähe zu anderen Menschen, der fehlt. Es ist der körperliche Kontakt, der Sex der fehlt. So auch bei Laurie. Sie war nach dem Tod ihres Mannes einsam. Sie war fünfunddreißig Jahre alt und schon Witwe. Trotzdem fand sie keinen neuen Partner, noch nicht mal einen nur für regelmäßigen Sex. Deswegen war sie auch gleich begeistert, als sie von einer neuen technischen Erfindung gehört hatte. Es war ein Sexroboter, der sie begeisterte. Dieser Roboter sah sehr realistisch aus, aber man sah gleich, dass es eine Puppe war. Aber das war Laurie egal, der Sex musste sich nur echt anfühlen.

Aber auch hübsch musste die Puppe sein. Für Laurie war der Roboter immer eine Puppe mit technischen Features, deswegen bezeichnete sie ihn immer nur als Puppe. Gefühle konnte sie ja nicht verletzen. Diese Puppe wird für jeden Kunden individualisiert, auch für sie. So ließ sie sich die Puppe nach ihren Vorstellungen kreieren. Sie wollte, dass sie wie ihr Mann aussah, aber in Perfektion. Ihr verstorbener Mann war ein attraktiver Mann, aber nicht gerade sportlich. Laurie hätte sich immer gewünscht, dass er muskulöser gewesen wäre. Das hätte den Vorteil gehabt, dass sie ihn noch mehr begehrt hätte, als sie es eh schon tat. Und er würde vielleicht noch leben, wenn seine Nackenmuskulatur stärker gewesen wäre. Aber nein, sein Nacken ist sofort gebrochen, als der LKW sein Auto von der Straße gefegt hatte.

So bestellte sie sich ihren Sexroboter. Es war sehr teuer, aber Laurie empfand es als eine Investition in die Zukunft. Nach zwei Monaten kam er endlich an, ihr “Daniel II”, benannt nach ihrem Mann. Er war in einer großen Kiste angekommen. Die Spedition brachte die Kiste in ihre Wohnung und den Rest konnte sie selber machen. Das Auspacken und Einrichten war einfach. Laurie musste nur die Kiste öffnen und “Daniel II” einschalten. Nach einer halben Stunde kam er aus der Kiste und war einsatzbereit, was sein Glied bestätigte. Sein Glied stand wie eine Eins. Er konnte auch schlaff werden, wenn sie es wollte. Das wollte sie aber jetzt noch nicht. Der ganze Körper und auch das Glied fühlten sich echt an. Das Glied pulsierte auch leicht, als sie es in die Hand nahm.

“Daniel II” reagierte auch auf ihre Berührung und atmete erregt. Das machte was mit Laurie. Eigentlich wollte sie ihn nicht gleich ausprobieren, nur erstmal warm werden mit ihm. Er war schon warm. Es fühlte sich wie richtige Körperwärme an. Sie küsste ihn und es fühlte sich fast echt an. In ihrer Extase merkte sie den Unterschied zwischen einem echten Menschen und einem Roboter nicht. Für Laurie war er Daniel und nicht “Daniel II”. Im Bett fühlte sie auch kaum einen Unterschied. Er stieß etwas zu doll zu, aber das war nur ein kleines Problem. Man konnte ihn immer anpassen lassen. Jetzt hatte sie aber keine Lust den Support zu kontaktieren, um es anpassen zu lassen. Sie tat das, was sie gerne mit Daniel tat, sie ritt ihn immer und immer wieder. Und irgendwann hatte sie vergessen, den Support zu kontaktieren. Sie gewöhnte sich langsam daran, dass er so stark zu stieß und bemerkte nicht, dass es immer stärker wurde.

Laurie wurde langsam süchtig nach Sex. Sie konnte nicht ohne Sex den Tag beginnen und nicht ohne einschlafen. Wenn sie einen Tag nicht penetriert wurde, hatte sie Entzugserscheinungen. Das waren immer diese Tage, wo „Daniel II” ein Software-Update bekam. Es gab Wochen, da kamen mehrere Updates und manchmal nur einmal alle zwei Monate. Diese Tage waren immer die Hölle für Laurie. Ohne “Daniel II” konnte sie nicht mehr kommen. Auch musste es härter werden und das konnte er. Obwohl es eigentlich nur bis zum bestimmten Punkt gehen sollte, konnte “Daniel II” über den Punkt hinaus. Und das tat er in dieser Nacht. 

Laurie hatte seit einiger Zeit Lust, richtig hart Doggy gefickt zu werden. Und an diesem Abend sollte sich “Daniel II” richtig Mühe geben. Also positionierte sie sich auf ihrem Bett mit dem Gesicht zum Kopfende. “Daniel II” setzte sich hinter ihr aufs Bett und schob sein Glied in sie hinein. Dann legte er los. Erst langsam und zart. Dann schnell und hart. Immer härter. Ihr Körper ging immer vor und zurück, vor und zurück. Laurie spürte keine Schmerzen, bis ihr Kopf gegen das Kopfende knallte. Das erste Mal spürte sie es. Das zweite Mal spürte sie es nicht mehr. Ihr Schädelknochen brach dabei. Beim dritten Mal war sie schon tot. Nach dem zehnten Mal Aufprall war Schluss. Der Kopf, was von ihm übrig blieb, konnte nicht mehr ans Kopfende prallen. Es war nur noch Brei. Man hörte nur noch das Klatschen von Fleisch auf keine Ahnung aus, was “Daniel II” bestand.

Zwei Wochen später wurde sie gefunden. Der Support musste vorbei kommen, da “Daniel II” noch in Betrieb war und keine Updates gemacht werden konnten. “Daniel II” hatte nur noch einen Fleischhaufen gefickt. Es war schwer, sie ohne DNA-Test zu identifizieren. Der Fall wurde in der Öffentlichkeit verharmlost und es wurde gesagt, dass sie einen Herzinfarkt hatte und der Roboter darauf nicht reagiert hatte. Es wurde ein Update angekündigt, das sowas in Zukunft verhindern soll.

Lauries Überreste (eine Leiche könnte man es nicht nennen) wurden eingeäschert und irgendwo verstreut. “Daniel II” wurde überarbeitet und weiterverkauft. Jetzt befriedigt er eine alte Dame, die vergessen hat, dass er ein Sexroboter war. Es wird nur eine Frage der Zeit sein, dass die alte Dame einen Herzinfarkt bekommt.